Sonja Jüngling

Entscheidungshilfen

Teile diesen Beitrag:

Wir treffen jeden Tag hunderte Entscheidungen, viele davon sind recht unwichtig, doch einige geben unserem Leben eine neue Richtung und selten ist uns das bewusst. Der innere Zweifler beschäftigt sich immer wieder mit den Entscheidungen der Vergangenheit. War das richtig, wo wäre ich jetzt wenn…? Meiner Meinung nach beeinflusst der Umgang mit Entscheidungen unsere Lebensqualität und Zufriedenheit sehr. Daher habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht und Tools zusammengestellt, die für dich hilfreich sein könnten.

Entscheidungsvoraussetzungen

  • Im Idealfall stehst du gut mit dir in Verbindung und hast deine Werte klar, während du wichtige Entscheidungen triffst.
  • Bei zwei Optionen ist es keine Entscheidung sondern ein Dilemma. Versuche mindestens drei, gern fünf Optionen zu erdenken
  • Wenn eine Entscheidung schwer oder wirklich untreffbar erscheint (selbst die kleinen), dann ist manchmal einfach nicht der richtige Zeitpunkt oder das richtige Mindset da oder es fehlen noch Puzzleteile, einfach mal liegen lassen.
  • Stehst du unter (Zeit)Druck, bist du selten ganz bei dir. Ist die Entscheidung wichtig, solltest du sie vertagen und dir Raum dafür nehmen.
  • Manchmal denkst du, du müsstest dich entscheiden. Zum Beispiel in einem zwischenmenschlichen Konflikt oder mit inneren widersprüchlichen Bedürfnissen. Oft ist das ein Trugschluss und beides kann und darf nebeneinander stehen, gleichzeitig sein. Dann gibt es keine Lösung im Sinne eines Ergebnisses. Hier LÖST ein Annehmen beider Wahrheiten die Situation.

Entscheidungshaltung

  • Sorge für einen guten Entscheidungsprozess, dann fällt dir  die Akzeptanz leichter, sollte es rückwirkend als Fehler erscheinen.
  • Es ist egal, was du entscheidest, weil du die Alternative nicht kennst.
  • Jede Entscheidung ist richtig, weil du nur genau in dem Moment der Entscheidung genau die Stimmung, die Informationen und die Situation dafür hast. Es ist immer die beste und im Grunde genommen auch einzige Entscheidung, die du mit der Info/Stimmung/Situation treffen kannst. Und am nächsten Tag oder in der nächsten Stunde sieht es vielleicht ganz anders aus.
  • Es gibt keine falschen Entscheidungen, es gibt nur schlechte Entscheidungsprozesse. Wenn du dich innerhalb deines Wertesystems bewegst, kannst du jedes Outcome nach der Entscheidung tragen und rechtfertigen.
  • Dein Bauch kennt die Antwort, also vertraue deinem Gefühl und hinterfrage es nicht. Wenn Angst oder Zweifel überwiegen und zum Nein führt, dann ist auch das (für den Moment) eine gute Entscheidung. Willst du das ändern, weil dein Bauch das nicht mehr will, hinterfrage deine Ängste, aber nicht im Rahmen eines Entscheidungsprozesses.
  • Hinterfrage keine Entscheidung. Das ist Vergangenheit. Schau in die Zukunft: Will ich die Entscheidung erneut treffen oder will ich weitergehen und schauen, was passiert?
  • Deine Meinung ganz allein ist die ausschlaggebende. Andere Menschen zu hören, sich mit ihnen auszutauschen, kann sehr hilfreich sein. Bedenke: nur du, nicht sie, tragen letztendlich die Konsequenz deiner Handlung. Daher bleib bei dir und höre gut auf deine innere Stimme. Prüfe erneut, ob es deine (aktuelle) ist.
  • Akzeptiere, falls du eine Entscheidung grade nicht treffen kannst und sprich mit anderen Menschen darüber, um deine Gedanken WERTFREI zu sortieren. Alles darf sein!

Entscheidungshilfen

  1. Wenn es kein JA ist, ist es ein NEIN.
  2. Suche dir ein Vorbild/eine sympathische Person. Du musst sie total nett finden und beeindruckt sein von dem, was sie tut. Sie darf aber nicht so hoch auf einem Sockel sitzen, dass du dich nicht trauen würdest, sie anzusprechen. Frage dich: Was würde sie tun?
  3. Pro-/Kontraliste mit Wertigkeitspunkten erstellen
  4. Frage dich: Was macht mir mehr Freude?
  5. Frage dich: Was ist einfacher/leichter?
  6. Frage dich: Was bringt mich meinem allübergreifenden Gesamt-Ziel näher? Denk dabei daran: Nicht vor dem Schlechten wegrennen, sondern zum Guten hin.
  7. Wirf eine Münze. Fokussiere dich vorher darauf, dass du auf jeden Fall machst, was die Münze sagt. Bist du mit dem Ergebnis zufrieden oder nicht?
  8. Steh auf und handle ohne zu denken. Schaue dir dabei zu, wie du dich entschieden hast.
  9. Freewriting: Schreibe die Frage auf ein leeres Blatt Papier und stell dir einen Timer auf fünf oder zehn Minuten. Dann schreibe los ohne zu denken. Setz den Stift nie ab. Wenn du nicht mehr weißt, was du schreiben sollst, schreib das auf oder schreib deine Gefühle auf, aber höre nicht auf zu schreiben. Danach lies den Text mit Distanz. Höre aufmerksam zu und lies zwischen den Zeilen. Halt Ausschau nach Unwillen oder Freude.
  10. Struktur: Filtere deine Gedanken. Höre deinen inneren Stimmen zu und versuche, DEINE Stimme und Meinung zu hören. Schreibe oder sprich alle Meinungen auf und prüfe, welche davon dir gehören, hinter welchen du mit DEINEM Wertesystem stehst. Sortiere Glaubenssätze und Urängste aus oder relativiere sie (für den Moment, das kann meist nicht im Vorbeigehen gelöst werden). Hinweise auf Glaubenssätze, die dir eine Meinung aufpfropfen, sind Formulierungen wie: “man muss doch…, man darf nicht…, das gehört sich so…, das macht man nicht…” Schreibe die „ja, aber…“s jeweils auf und frage dich, wer das sagt und ob du dahinterstehst. Angst ist ein schlechter Ratgeber und darf kurz liebevoll gebeten werden, den inneren Raum frei zu machen. Mit ihr darfst du dich gern später beschäftigen.
  11. Bei großen Entscheidungen kann es hilfreich sein, dich wiederholt über einen längeren Zeitraum zu fragen und die Antworten zu notieren. Evtl. schreibst du auch Gefühle oder ausschlaggebende Argumente dazu. Welche Meinung überwiegt über die Zeit?
Teile diesen Beitrag:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.